Nur einer stimmte gegen Dietmar Heß als Bürgermeister
Der CDU-Gemeindeunionsvorsitzende Achim Henkel (Mitte) und Kreisvorsitzender Theo Kruse (rechts) gratulierten Dietmar Heß zu seiner Nominierung. (WR-Foto: Peter Plugge)... Von den 62 Mitgliedern, die sich zu der Gemeindeunionsversammlung in der Gaststätte "Schriener" in Heggen eingefunden hatten, votierten 58 für Dietmar Heß, es gab eine Gegenstimme, zwei Enthaltungen und ein Stimmzettel war ungültig. Damit folgte eine sehr deutliche Mehrheit dem, so der Vorsitzende der Gemeindeunion, Achim Henkel, "von allen erwarteten Vorschlag" des Gemeindeunionsvorstands, den dieser bereits vor zwei Wochen, direkt nach Heß´ Scheitern bei der Kandidatur um das Bundestagsmandat, gefasst hatte. Der CDU Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Theo Kruse machte deutlich, dass er sich "eine andere Konstellation gewünscht" und sich gefreut hätte, "wenn Dietmar Heß die Versammlung in Drolshagen als Sieger verlassen hätte", was er ihm auch im Vorfeld bereits gesagt habe. "Doch das ist Demokratie", so Kruse, und hinterher sei man immer schlauer. Das Enttäuschung und Frustration nach solch einer Niederlage herrschten, sei verständlich, so Kruse weiter. Daher sei er froh, dass Dietmar Heß, der in Finnentrop ein "guter, erfolgreicher und in der Sache streitbarer Bürgermeister sei", dieses Amt fortsetzen wolle.
Dietmar Heß bedankte sich bei seinen Finnentroper Parteifreunden, die ihn nach der großen Enttäuschung begleitet und menschlich aufgefangen hätten. Mit ihnen und der ganzen Partei wolle er mit ungebrochener Kraft in den Wahlkampf ziehen. "Wenn alle mitmachen, können wir wieder so ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen wie bei der letzten Wahl", gab Heß sich kämpferisch.
In seiner "Bewerbungsrede" hatte Dietmar Heß einen Ausblick auf das Jahr 2015 gegeben und dazu aufgefordert, den demographischen Wandel und seine Folgen auch als Chance zu begreifen.
"Trotz des Trauerspiels der vergangenen Wochen rund um den Bahnübergang können wir gesichert davon ausgehen, dass Mitte des nächsten Jahrzehnts der Verkehr längst über die L 539 n rollen kann", erklärte Heß, und auch der gesamte Bahnhof sei dann "in einen modernen Schienenverkehrsknotenpunkt umgewandelt". Dann müsse die Tallage städtebaulich erheblich aufgewertet werden, damit sie ihr "Aschenputtelimage" endgültig abstreifen könne.
Dazu zähle - über das bisher bereits Beschlossenen hinaus - auch die "Beseitigung des ehemaligen Hotels Biggemann", eine Nutzung des Ringlokschuppens, eine städtebauliche Neuordnung des Bereichs zwischen Bahn und Lenne, wo auch eine "neue Kulturstätte" denkbar sei und ein Rückbau des ehemaligen Metten-Produktionsbereichs gegenüber dem Bahnhof.
Bereits einen konkreten Hintergrund in der Verwaltung hat die Idee, die Radweg-Verbindung von Finnentrop ins Frettertal über die alte Bahntrasse und somit über eine neue Brücke über die B 236 durch den jetzt als Schießstand genutzten Tunnel zu führen. Es wurden erste Kosten für eine Brücke ermittelt und Anfragen wegen benötigter Grundstücke bei der Deutschen Bahn gestartet.