Zu dem viel diskutierten Thema, Straßenumbenennungen in Bamenohl, kann man durchaus unterschiedliche Ansichten und Meinungen haben, das gestehe ich jedem Bürger uneingeschränkt zu. Das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion, in der Ratssitzung am 11.02.2014, war und ist keine Entscheidung in der Sache, sondern eine Entscheidung in einem längeren, gemeinsam vereinbarten Prozess der Entscheidungsfindung.
In der Sache selbst wird auch in unserer Fraktion durchaus differenziert diskutiert. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 12.03.2013 ist auf Anregung des Heimatbundes der Gemeinde Finnentrop e.V. der Wunsch geäußert worden, die beiden Straßen Josefa-Berens-Straße und Maria-Kahle-Straße aufgrund desnationalsozialistischen Gedankengutes umzubenennen.
Der Haupt- und Finanzausschuss fasste daraufhin einstimmig den Beschluss, die Verwaltung zu ermächtigen, zunächst die Anwohner der Straßen in Bamenohl zu befragen, ob eine Änderung der Straßennamen gewünscht ist.Die Anwohner, wie auch alle Ratsmitglieder, wurden mit der Befragung umfangreich informiert. Im Anschreiben wurden die Hintergründe erläutert und darauf hingewiesen, dass in anderen Städten und Kommunen bereits Straßennamen geändert worden sind.
Zusätzlich lag dieselbe Abhandlung zum Wirken beider Schriftstellerinnen der Befragung bei, die zuvor allen Fraktionen übersandt worden ist.Das Zwischenergebnis der Befragung wurde dann in der Sitzung des Hauptausschusses am 25.06.2013, das endgültige Ergebnis in der Ratssitzung am 09.07.2013 vorgestellt. Mit großer Mehrheit waren die Anwohner der Meinung, die Straßennamen beizubehalten.
Daraufhin beschloss der Rat der Gemeinde Finnentrop einstimmig, die beiden Straßennamen beizubehalten.
Dazu steht die CDU-Fraktion bis heute! Man kann nicht erst die Bürger um ihre Meinung fragen und dann, wenn einem die Antwort nicht gefällt, behaupten, die Bürger waren wohl mit der Anfrage „überfordert“ bzw. haben sich nicht ausreichend mit dem Thema beschäftigt und sich dann über den Bürgerwillen hinwegsetzen.Zum Schluss aber auch noch ein paar persönliche Gedanken zur eigentlichen Sache.Mit dem Umbenennen der Straßennamen radieren wir unsere Vergangenheit nicht aus, auch dieses ist eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Ich will das Wirken und Handeln der beiden Schriftstellerinnen wirklich nicht schön reden und erst recht nicht für gut heißen. Zu einer vollständigen Berichterstattung gehört es dann auch, dass Maria Kahle sich 1956 in einem Brief von ihrem Gedankengut distanziert (nachzulesen auf der Homepage des Sauerländer Heimatbundes) und das als großen Fehler eingesehen hat. 1957 wurde ihr dann sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen . . . . .
Ralf Helmig
Fraktionsvorsitzener der CDU
im Rat der Gemeinde Finnentrop